Dr. med. Ulrike Delcker-Heidbüchel

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Hyperhidrosis

Viele Patientinnen und Patienten leiden unter störendem und übermäßigem Schwitzen, das von Ärzten Hyperhidrosis genannt wird.

Wie kommt es dazu?

Die Schweißdrüsen der Haut sind mit Nervenendigungen des unwillkürlichen vegetativen Nervensystems verbunden. Dieses steuert, ohne dass wir es willentlich beeinflussen, zahlreiche Körperfunktionen, wie Herzschlag, Durchblutung, Verdauung oder den Wärmehaushalt des Körpers.

Wird der Körper überwärmt, so regen Impulse des vegetativen Nervensystems die Schweißbildung an, um durch Verdunstungseffekte die Körperoberfläche zu kühlen. Auch bei Stress, Kaffee oder nach dem Essen können solche Impulse abgegeben werden und dann unerwünscht zu starker Schweißbildung führen. Manche, vor allem auch junge, Menschen haben bereits eine hohe Ruheaktivität, sodass es bereits ohne äußere Auslöser zu sehr störender Schweißbildung kommt. Das geschieht vermehrt dort, wo sich in der Haut die meisten Schweißdrüsen befinden: an den Handtellern, den Fußsohlen und in den Achselhöhlen.

Was kann man dagegen tun?

Bei nicht zu starker Schweißbildung können Hausmittel wie Salbei oder Bäder (so genannte Leitungswasseriontophorese) hilfreich sein.

Bei stärkerer Ausprägung können über Nacht angewendete Gele bisweilen auch Tabletten (so genannte Anticholinergika) verordnet werden.

Sehr wirksam ist die Behandlung des übermäßigen Schwitzens mit einem Medikament, welches in die Haut des entsprechenden Schweißgebietes gespritzt wird. Das Medikament (Botulinum-A oder "Botox") blockiert gezielt die Übertragung der Nervenimpulse zur Schweißdrüse und verhindert damit das Schwitzen in diesem Gebiet für einen langen Zeitraum. Andere Nervenfunktionen wie Fühlen oder Tasten werden durch die Behandlung nicht beeinflusst.

Für Behandlungen im Bereich der Achselhöhle ist in der Regel keine Betäubung nötig. Behandlungen an Handtellern und Fußsohlen sind schmerzhafter und werden deshalb oft mit Betäubung durchgeführt.

Die Dauer des Erfolges der Behandlung ist individuell sehr unterschiedlich und liegt meist zwischen sechs Monaten und anderthalb Jahren. Falls die Beschwerden noch vorhanden sind, kann die Behandlung beliebig oft wiederholt und damit der Erfolg verlängert werden.

In sehr schweren Fällen der Hyperhidrosis gibt es verschiedene operative Eingriffe, bei welchen die Schweißdrüsen im betroffenen Gebiet dauerhaft entfernt werden.

In allen Fällen ist eine eingehende Untersuchung sinnvoll, bei der die individuellen Auslöser der Erkrankung ermittelt werden. Nur auf diese Weise lässt sich die Behandlung ermitteln, die den größtmöglichen Erfolg verspricht.

Kosten

Die Kosten einer Hyperhidrosisbehandlung mit Botulinumtoxin-A werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen, die Privatversicherungen erstatten die Kosten in der Regel. Sie können mit Behandlungskosten von rund 500 Euro rechnen.

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