Dr. med. Ulrike Delcker-Heidbüchel

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TrichoScan zur Diagnose und Dokumentation von Haarausfall

Haarwachstum

Die Haarwurzel gehört zu den sensibelsten Strukturen des menschlichen Körpers. Dünner werdendes Haar, Haarverlust oder Haarlosigkeit sind daher eine häufige, belastende Störung und können zahlreiche, unterschiedliche Ursachen haben. Eine Therapie kann deshalb erst nach einer gründlichen Untersuchung erfolgreich sein.

Ein Haar wächst nur während seiner aktiven Wachstumsphase (anagene Phase). Es folgt eine Ruhephase (telogene Phase), bevor das Haar ausfällt. Die Haarwurzel bildet dann ein neues Haar. Rund 50 bis 80 Haare fallen bei einem gesunden Menschen täglich aus, ab ca. 100 Haaren spricht man im medizinischen Sinne von Haarausfall.

Aktive und ruhende Haarwurzeln der Kopfhaut befinden ich normalerweise in einem gesunden Gleichgewicht zueinander, das im Fall einer Störung verschoben ist.

Typische Ursachen

Mögliche Ursachen von Haarausfall sind schwere Erkrankungen, Operationen, Medikamente, Stoffwechselstörungen oder hormonelle Veränderungen.

Bei der androgenetischen Alopezie der Männer, dem erblich bedingten Haarausfall, führt die genetische Veranlagung zum Haarverlust. Diese Art des Haarausfalls kommt etwa bei der Hälfte aller Männer bis zum 50. Lebensjahr vor. Auch Frauen sind häufig von einer androgenetischen Alopezie betroffen.

Die Alopecia areata, der kreisrunde Haarausfall, ist eine besonders schnell verlaufende Form des Haarverlustes. Sie tritt in milden Formen mit vereinzelten Kahlstellen auf. Sie kann sich ohne vorherige klinische Anzeichen ausdehnen und zur vollständigen Haarlosigkeit führen.

Beide genannten Formen des Haarausfalls lassen sich medikamentös behandeln, die Erfolge sind jedoch nicht immer sofort sichtbar. Deshalb ist während der Therapie auch eine regelmäßige Erfolgskontrolle sinnvoll.

Trichogramm

Zur Untersuchung, welche Therapie Erfolg verspricht und zur Erfolgskontrolle hat sich die Erstellung eines Trichogramms bewährt. Mit dieser Untersuchung werden Daten über die Haardichte und den Aktivitätszustand der Haarwurzeln erhoben. Außerdem wird das Verhältnis von Haaren in der Wachstumsphase zu Haaren in der Ruhephase ermittelt (Anagen/Telogen-Rate). In der Vergangenheit war es hierzu erforderlich, rund 100 Haare an verschiedenen Stellen der Kopfhaut zusammen mit den Haarwurzeln auszuzupfen und dann unter dem Mikroskop zu untersuchen. Außerdem durften die Haare bei dieser Methode eine Woche vor der Entnahme nicht gewaschen werden.

TrichoScan

Im Gegensatz dazu ist mit dem modernen TrichoScan-Verfahren keine Entnahme von Haaren zur Untersuchung mehr erforderlich. Damit ist das Verfahren völlig schmerzlos. Hier wird das Trichogramm mit digitaler Auflichtmikroskopie und einer medizinischen Software erstellt. Die Untersuchung läuft folgendermaßen ab:

Zunächst werden die Haare in einem kleinen Hautareal (unter 2 cm²) rasiert. Die Haarwurzeln bleiben dabei erhalten und die Stelle wird so gewählt, dass sie sich mit dem Deckhaar gut verstecken lässt.

Nach drei Tagen werden die Haarstoppel eingefärbt. Anschließend wird bei 20-facher Vergrößerung ein digitales Foto gemacht, das dann mit einer TrichoScan-Software bearbeitet wird, um das Trichogramm zu erstellen.

Die Aufnahme wird zusammen mit dem Ergebnis gespeichert und erlaubt im Vergleich mit Folgeuntersuchungen eine genaue Aussage zum Erfolg einer Behandlung.

Da das Haar in der Regel nur 10 mm im Monat wächst, ist der Behandlungserfolg mit bloßem Auge oft erst nach drei bis vier Monaten sichtbar. Mit Hilfe des TrichoScan ist ein Anschlagen der Therapie schon nach vier Wochen messbar.
So kann also nicht nur festgestellt werden, unter welcher Form des Haarausfalls Sie leiden. Gleichzeitig erfahren Sie auch, ob Kosten und Aufwand der Therapie den gewünschten Erfolg erzielen.

Vorteile des TrichoScan

  • Völlig schmerzfrei, da keine Haare ausgezupft werden.
  • Sie können Ihre Haare normal waschen.
  • Es gibt schnell ein exaktes Ergebnis.
  • Der Befund wird digital gespeichert und kann zur Therapiekontrolle jederzeit herangezogen werden.

Kosten

Wie viele moderne Diagnose- und Therapiemethoden ist der TrichoScan leider nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Eine Untersuchung kostet 65 Euro. Die privaten Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten in der Regel.

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